Wie sieht eigentlich das Herz des Internets aus? Dieser Frage ging die Schülergruppe „I AM MINT“ in Begleitung von Berufskoordinatorin Frau Krause bei ihrem Besuch im Rechenzentrum von Equinix in Frankfurt nach und erhielt faszinierende Einblicke in eine Welt, die sonst im Verborgenen bleibt.
Schon bei der Ankunft wurde den Schülerinnen und Schülern die beeindruckende Dimension des Standorts bewusst: Das Rechenzentrum „FR 2“ erstreckt sich über eine Fläche von rund 68.000 Quadratmetern. Hinter den unscheinbaren Fassaden verbirgt sich eine gigantische Infrastruktur, in der tausende Server ununterbrochen arbeiten.
Bevor es jedoch ins Innere ging, standen strenge Sicherheitsmaßnahmen auf dem Programm. Jede Besucherin und jeder Besucher musste sich ausweisen und erhielt ein persönliches Besucherband. Erst danach durfte die Gruppe das Gebäude betreten – ein erster Hinweis darauf, wie sensibel die hier verwalteten Daten sind.
Im Anschluss begrüßte Frau Türk die Gruppe zu einer Einführung. In einer Präsentation erklärte sie die zentrale Rolle von Equinix im globalen Datennetz: Ein Großteil des weltweiten Datenverkehrs läuft über die Infrastruktur des Unternehmens. Kunden können hier nicht nur Flächen für ihre Server mieten, sondern profitieren auch von zuverlässiger Stromversorgung und hochentwickelten Kühlsystemen. Der Firmenname „Equinix“ steht übrigens für „equal neutral internet exchange“ – also einen neutralen, fairen Datenaustausch mit gleichen Bedingungen für alle Beteiligten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den beruflichen Möglichkeiten. Vorgestellt wurden verschiedene Ausbildungswege, darunter IT-Systemelektroniker (m/w/d), Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme (m/w/d), Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik (m/w/d), Fachkräfte für Lagerlogistik (m/w/d) sowie Kaufleute für Büromanagement (m/w/d). Auch das duale Studium im Bereich Gebäudesystemtechnik wurde erläutert. Die Schülerinnen und Schüler erhielten dabei einen realistischen Einblick in den Ablauf und die Anforderungen einer Ausbildung.
Als Highlight des Tages folgte eine etwa einstündige Führung durch das Rechenzentrum. Die Orientierung fiel dabei nicht leicht: Zahlreiche Gänge, Türen und Treppen machten das Gebäude zu einem regelrechten Labyrinth. Während der Tour beantworteten die Mitarbeitenden geduldig und ausführlich die Fragen der Gruppe. Themen reichten von technischen Grundlagen wie dem Unterschied zwischen Wechsel- und Gleichspannung bis hin zu praktischen Aspekten wie dem Kraftstoffverbrauch eines Notstromgenerators (über 500l pro Stunde!) oder der effizienten Kühlung der entstehenden Abwärme.
Im anschließenden Workshop lernten die Schülerinnen und Schüler den Aufbau eines Servers kennen und erfuhren, wo sich zentrale Komponenten wie RAM oder Mainboard befinden. Besonders interessant war auch die Erklärung, warum SSD-Festplatten niemals defragmentiert werden sollten – eine Information, welche viele überraschte.
Zum Abschluss ließ die Gruppe den Tag entspannt ausklingen: Equinix lud die Schülerinnen und Schüler in die Kantine ein, bevor eine kurze Reflexion den Besuch abrundete. Der Besuch im Rechenzentrum zeigte eindrucksvoll, wie wichtig und komplex die digitale Infrastruktur ist – für alle ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt.

